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Vom Pflegehelfer zur Pflegefachkraft 

Zwei Männer, zwei Hintergründe – und eine gemeinsame Motivation: Im DRK-Seniorenzentrum Maintal gestalten Noah Spatola und Sinan Yildirim das Leben älterer Menschen aktiv mit. Nach ihrer einjährigen Ausbildung zum Pflegehelfer starteten sie im Oktober 2023 die dreijährige Fachausbildung zum Pflegefachmann in den DRK-Seniorenzentren „Kleeblatt“ Maintal. Zeit für eine Zwischenbilanz – über persönliche Wendepunkte, berufliche Perspektiven und die tägliche Arbeit mit und für Menschen.

Sinan Yildirim ist 44 Jahre alt, lebt in Bruchköbel und hat vor seiner Zeit in der Pflege lange in der Gastronomie gearbeitet. „Ich war mir anfangs nicht sicher, ob Pflege wirklich zu mir passt“, erinnert er sich. Doch ein zweiwöchiges Praktikum im DRK-Seniorenzentrum ließ ihn umdenken: „Der Kontakt zu den Senioren hat mich direkt berührt – das wollte ich weiterverfolgen.“ Der Quereinstieg fiel ihm nicht immer leicht. Der Arbeitsalltag in der Pflege unterscheidet sich stark vom Gastronomiebetrieb. Doch Sinan sagt heute: „Die Zuneigung und das Lächeln der Bewohner machen alles wett.“ Inzwischen hat er sich ganz bewusst für die weiterführende Ausbildung zur Pflegefachkraft entschieden. „Die Kombination aus Praxis und Theorie passt gut zu mir. Ich fühle mich hier wohl – sowohl mit den Kolleginnen und Kollegen als auch mit meiner Arbeit.“ Für die Zukunft hat er bereits konkrete Pläne: Eine Weiterbildung zum Wundspezialisten oder zur Pflegedienstleitung kann er sich gut vorstellen. Vor allem aber sagt er: „Ich freue mich jeden Tag darauf, Menschen zu helfen – und mit meiner persönlichen Art auch ein wenig Leichtigkeit und Humor in den Alltag zu bringen.“

Auch Noah Spatola hat seinen Weg zur Pflege über eine Zwischenstation gefunden. Der 23-Jährige aus Hanau begann nach seinem Realschulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Sozialassistenten, entschied sich dann aber für ein Freiwilliges Soziales Jahr im DRK-Seniorenzentrum Kleeblatt. Zu Beginn hatte Noah eine andere Vorstellung vom Freiwilligen Sozialen Jahr: „Ich dachte, es geht vor allem um Beschäftigung mit den Senioren – spielen, erzählen, gemeinsam Zeit verbringen.“ Tatsächlich stand erst mal viel Hauswirtschaft auf dem Plan. Doch als er die Chance bekam, bei der Pflege mitzulaufen und erste kleine Aufgaben wie das Anreichen von Getränken zu übernehmen, änderte sich sein Blick. Der direkte Kontakt zu den Menschen hat ihn gepackt – und sein Interesse an der Pflege endgültig geweckt. Als ihm die einjährige Pflegehelfer-Ausbildung angeboten wurde, sagte er spontan zu – und blieb. „Mir wurde schnell klar, dass der Beruf viel mehr umfasst, als ich gedacht hatte.“ Heute ist Noah mitten in der generalistischen Pflegeausbildung. „Sie ist deutlich umfangreicher als die Pflegehelfer-Ausbildung – manchmal herausfordernd, aber immer spannend“, sagt er. Später möchte er sich zum Praxisanleiter fortbilden, vielleicht sogar zur Pflegedienstleitung. „Es ist ein Beruf mit Perspektive – und mit Bedeutung.“

Auch Einrichtungsleiter Andreas Hohmann-Esch sieht in der Ausbildung eine zentrale Säule der Pflegezukunft: „Die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern beider Ausbildungsgänge hat für uns höchste Priorität“, erklärt er. „Wir gewinnen darüber engagierte Menschen, die sich für die Pflege begeistern lassen – häufig beginnt der Weg mit einem FSJ, einem Schulpraktikum oder über den Quereinstieg. Wenn sich jemand im Team gut aufgenommen fühlt und erste Erfahrungen sammeln konnte, entsteht daraus oft der Wunsch nach einer Ausbildung. Diese Motivation unterstützen wir mit Nachdruck.“ Pflegedienstleiterin Nalan Arampatzi ergänzt: „Die Herausforderung ist, junge Menschen für die Pflege zu begeistern – wir setzen dabei auf authentische Vorbilder und echte Einblicke in den Berufsalltag.“ Sie beschreibt die Rolle von Pflegehelfern als Begleiter in der Grundpflege und im Alltag, während Pflegefachkräfte zusätzlich medizinische und koordinierende Aufgaben übernehmen. „Viele, die bei uns als Pflegehelfer gestartet sind, bleiben nach der Fachkraftausbildung im Team, weil sie sich bereits integriert fühlen“, berichtet Arampatzi. Wichtig sei dabei auch, dass man sich im Team respektvoll begegne und gemeinsam an den Herausforderungen der Zukunft arbeite: „Digitalisierung, Telematik, der Einsatz von KI – all das kann uns entlasten und die Pflegequalität weiter verbessern.“ Sie betont zudem: „Die generalistische Ausbildung und die Akademisierung der Pflege sind längst überfällig – wir gehen diesen Weg mit.“

Ob junge Berufseinsteiger oder erfahrene Quereinsteiger: Sinan Yildirim und Noah Spatola stehen stellvertretend für einen neuen Weg in der Pflege – einen Weg, der Verantwortung, Perspektiven und Menschlichkeit miteinander verbindet.  
Von Andrea Pauly